Unternehmenswebseite anfangen - Richtungspfeile auf der Straße
Vorüberlegungen

Webseite für dein Unternehmen erstellen: So fängst du an

Hand auf’s Herz, wie oft hast du dir im letzten Jahr schon vorgenommen, eine eigene Unternehmenswebseite zu erstellen? Das To-Do taucht auf einer Liste auf und verschwindet unbearbeitet. Spätestens wenn dich auf dem nächsten Netzwerktreffen jemand auf deine Webseite anspricht, fällt es dir ein:

 

Ich muss endlich meine Webseite erstellen!

Bevor du dich jetzt mit Selbstvorwürfen quälst, hier ein paar mögliche Gründe, warum es dir schwer fällt, anzufangen:

 

1. Online-Anbieter suggerieren dir, dass du in 5 Minuten deine eigene Webseite erstellen kann

Blödsinn. Wenn du noch nie mit Webseiten zu tun hattest, musst du dich erst einmal in das System reinversetzen und verstehen, was du zu tun hast. Und so ganz null-acht-fünfzehn soll die Seite ja auch nicht aussehen, oder? Auch wenn Webseitenanbieter wirklich einen guten Job und es dir so einfach wie möglich machen, stößt du bei der Bearbeitung deiner Webseite garantiert auf Probleme und Fragen. Am Ende halten meist die Details auf.

 

2. Du bist umgeben von IT-ler_innen, die dir sagen, dass das mit ein paar Klicks getan ist

Jemand, der beruflich in der IT ist, hat leicht reden. Das ist als würdest du IT-ler_innen, die normalerweise nicht künstlerisch tätig sind, sagen: Mit ein paar Pinselstrichen erstellst du ein Ölgemälde, das eine Person portraitiert. Klingt unrealistisch, oder?

 

3. Du hast einen hohen Anspruch

Gut so. Natürlich sollst du einen hohen Anspruch haben, was deine eigene Unternehmenswebseite betrifft. Schließlich präsentierst du dich damit potentiellen Kund_innen und willst einen guten Eindruck machen. User_innen, die dich gar nicht kennen und auf deine Webseite stoßen, erfassen sie innerhalb von Sekunden und entscheiden darüber, ob sie dir vertrauen. Dieses Vertrauen erzeugst du durch eine Webseite, die inhaltlich schlüssig und optisch ansprechend ist.

 

4. Je simpler und intuitiver eine Webseite ist, desto schwieriger ist sie zu bauen

Die Webseite deiner Mitbewerberin sieht super simpel aus: Schnell erfassbare Texte, professionelle Bilder, auf dem Smartphone gut lesbar? Dann kann ich dir versprechen, dass da einige Stunden Arbeit drin stecken. Fängst du an, dich mit deiner eigenen Webseite zu befassen, wirst du feststellen, dass du einen Wust an Informationen hast und viele wichtige Entscheidungen treffen musst.

 

Webseite = Minimalistischer Businessplan

Ich betrachte meine Unternehmenswebseite als einen minimalistischen Businessplan. Sie reduziert, was ausführlich im Businessplan steht. Es geht also darum, das Wichtigste zu filtern und knapp zusammen zu fassen.

 

Eine professionelle Unternehmenswebseite

  • Glänzt durch aktuelle und professionelle Texte und Fotos
  • Spiegelt deine Corporate Identity wieder
  • Funktioniert technisch einwandfrei
  • Ist fit für Suchmaschinen
  • Lässt sich einfach bedienen (Desktop und mobile)
  • Entspricht den rechtlichen Bestimmungen

 

Bevor du anfängst, beantworte dir diese Fragen:

  1. Welche Domain soll meine Webseite haben? Ist diese Domain noch verfügbar?
  2. Spreche ich meine Leser_innen mit du oder Sie an?
  3. (Wie) will ich gendern?
  4. Welche Farben und welche Schrift möchte ich benutzen?
  5. Wo bekomme ich professionelle Fotos von mir her?
  6. Möchte ich eine Webseite nur einmal mit Inhalten füllen oder soll in Zukunft mehr auf ihr passieren (zum Beispiel ein Blog, Login-Bereich)?

 

Webseite selbst bauen oder erstellen lassen?

Diese Entscheidung musst du nicht sofort treffen. Probiere dich ruhig an WordPress, Jimdo oder Squarspace aus. Vielleicht entdeckst du dabei eine neue Leidenschaft (So ging es mir)? Vielleicht bist du nur extrem genervt und willst diese Webseite endlich haben, dich aber möglichst wenig darum kümmern.

 

Selbststudium

Vorteil: Du bringst dir Webdesign, Programmierung, Online-Marketing, SEO, Internetrecht und Texten selbst bei. So bin ich übrigens zu dem gekommen, was ich jetzt mache. Ich habe tonnenweise Zeit in Googlesuchen, Webseminare und Kurse investiert, um herauszufinden, wie das alles funktioniert.
Das Problem: Währenddessen habe ich keinen Cent verdient. Für ein Business sind das schlechte Voraussetzungen.

 

Freund_innen fragen

Vorteil: Deine Freundin bietet dir ihre Dienste an, deine Webseite zu erstellen. Kostenlos natürlich. Freundschaftspreis. Bei einem langen Treffen besprecht ihr alles Wichtige.
Das Problem: Du wartest. Nach Wochen hörst du, dass sie grade Überstunden auf der Arbeit macht und nicht zu deiner Webseite gekommen ist. Nach mehrmaligem Hin und Her bekommst du einen Entwurf zurück, den du schrecklich findest. Eure Freundschaft ist angeknackst und deine Webseite gibt es immer noch nicht.

 

Günstige Online-Angebote nutzen

Vorteil: Auf Online-Plattformen bieten sich eine Menge Menschen an, günstig deine SEO-Strategie auszuarbeiten, deine Texte zu erstellen oder dir dein Logo zu entwerfen.
Das Problem: Viele anonyme Menschen, die sich mit ihrem Hobby ein Taschengeld dazu verdienen wollen, liefern mehr oder weniger gute Arbeit ab.

 

Webdesigner_in engagieren

Vorteil: Du bist Einzelunternehmer_in und planst eine überschaubare Webseite? Dann könnte die Zusammenarbeit mit freien Webdesigner_innen gut zu dir passen. Freiberufliche Webdesigner_innen, Texter_innen und Fotograf_innen üben ihren Job hauptberuflich aus. Außerdem können sie im persönlichen Kontakt genau auf deine Anforderungen eingehen.
Das Problem: Es ist nicht leicht, die richtigen Freelancer_innen zu finden, aber es ist möglich.

 

Fazit: Mach dich nicht fertig

Eine professionelle Unternehmenswebseite ist nicht mal eben von der Couch erstellt. Sie setzt viel Wissen über IT, Marketing und Design voraus und braucht einfach Zeit. Hinzu kommt, dass sie sich mit dir und deinem Business weiterentwickeln wird.

 

Ich rate dir: Fang einfach mal an, zu experimentieren und suche dir dann an der Stelle Hilfe, an der du nicht weiterkommst. Ein hoher Anspruch ist nicht verkehrt, Perfektion allerdings überbewertet. Trau dich, online zu gehen!

 

Photo by Marcus Wallis on Unsplash

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